Geschäftsbericht 2018

SAGA-SYSTEMHAUS

Die Rahmenbedingungen für den Neubau von preisgünstigem Wohnraum sind heraus­fordernd. Historisch niedrige Zinsen sorgen für einen hohen Anlagedruck im Immobilienbereich, die Grundstückspreise und Baukosten steigen insbesondere in den Metropolregionen unaufhaltsam und die Verknappung der Marktressourcen im Baubereich schränkt viele Vorhaben erheblich ein. Die SAGA ist mit der Frage konfrontiert, wie der Wohnungsneubau schnell und günstig mit einer angemessenen Architektur und einer guten Wohnungsausstattung umgesetzt werden kann.

DIE WIEDERHOLUNG STECKT IM INNEREN DER SAGA-SYSTEMHÄUSER, WÄHREND DIE NACH AUSSEN SICHTBAREN FASSADEN SEHR VIELE OPTIONEN IM JEWEILIGEN QUARTIERSKONTEXT ZULASSEN UND SICH DADURCH AUCH STÄDTEBAULICH IDEAL INTEGRIEREN.

JULIAN BAUER, OLIVER PANZ, NATALIE LENDZINSKI UND BARBARA FRERIKS (v. l. n. r.)
Die Antwort ist ein typengenehmigter förderfähiger Systembaukasten, der alle städtebaulichen Figuren mit der erforderlichen Variabilität im Hinblick auf Fassaden- und Dachgestaltung abbildet. Das SAGA-Systemhaus ist das Ergebnis eines Lernprozesses. Der erste Schritt auf dem Weg zum SAGA-Systemhaus war die Typisierung von Wohngebäuden beim Bau dauerhafter Flüchtlingsunterkünfte, also die Duplizierung bewährter Wohnhaus­typen, die in der Regel aus Wettbewerbs­ergebnissen hervorgegangen sind. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wurden besonders effiziente Typen immer weiter optimiert. Die statischen Typengenehmigungen der SAGA-Systemhäuser für bis zu 40 verschiedene Systemhausvarianten im Geschosswohnungsbau und für 17 Reihenhaustypen sorgen für ein deutlich kostengünstigeres Bauen bei gleichzeitiger Beschleunigung der B-Plan-Verfahren und Baugenehmigungsprozesse.
Das SAGA-Systemhaus ermöglicht angemessenen Städtebau in Verbindung mit guter Architektur ganz im Sinne der Gestaltung von nachhaltig lebenswerten Quartieren. Die SAGA Unternehmensgruppe baut im Quartierskontext, sei es allein oder im Hamburger Drittelmix im Rahmen einer kooperativen Quartiersentwicklung mit Partnern. Das Systemhaus ermöglicht durch seine Konzeption und Variabilität kosteneffizientes Bauen und damit die Realisierung kostengünstigen Wohnungsneubaus mit preisgedämpften freifinanzierten Mieten oder im ersten Förderweg.
BEZAHLBARES WOHNEN IST EINES DER WICHTIGSTEN THEMEN FÜR DIE BÜRGERINNEN UND BÜRGER UNSERER STADT. DAZU BRAUCHEN WIR EINE KONTINUIERLICHE, ÖFFENTLICHE SOZIALE WOHNRAUMFÖRDERUNG AUF HOHEM NIVEAU UND WIR BRAUCHEN INNOVATIONEN UND NEUE KONZEPTE. DIE SAGA IST HIER MIT DEM SYSTEMHAUS VORREITERIN. WIR BRAUCHEN GUTEN STÄDTEBAU UND GUTE STABILE NACHBARSCHAFTEN. DIES SORGT FÜR EINE IDENTIFIKATION MIT DEM EIGENEN QUARTIER. UND DAFÜR STEHT DIE SAGA.
DR. DOROTHEE STAPELFELDT Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen
Architektonisch kann das SAGA-Systemhaus viele spezifische Anforderungen bedienen. Mit der jeweiligen Fassadengestaltung, der Rhythmisierung der Baukörper und der Orientierung der Balkone und Loggien können städtebauliche Anforderungen im Quartierskontext gelöst werden. Es werden sämtliche räumliche Lagen und städtebauliche Situationen abgedeckt, angefangen von der Vorstadt bis hin zu urbanen Orten.
Neben den Attributen kosteneffizient und ästhetisch ist die vielfältige Einsatzmöglichkeit eines der entscheidenden Erfolgskriterien des SAGA-Systemhauses. Verschiedenste städtebauliche Figuren und Fassadengestaltungen können im jeweiligen Quartierskontext passgenau kombiniert werden. Der mit den sieben Hamburger Bezirksämtern und dem Oberbaudirektor eng abgestimmte Systemhaus-Katalog lässt beispielsweise bodentiefe Fenster, Fenster mit Brüstung, unterschiedliche Balkongeländer sowie Fassadengestaltungen zu.
DAS SAGA-SYSTEMHAUS BIETET DURCH SEINE MODULARE BAUWEISE UND DIE FÜR DAS GESAMTE STADTGEBIET GÜLTIGEN TYPENGENEHMIGUNGEN ERHEBLICHE VORTEILE. DIE VERFAHREN FÜR PLANRECHT UND BAUGENEHMIGUNGEN KÖNNEN EFFIZIENTER UND SCHLANKER ERFOLGEN. DABEI SORGT DAS SAGA-SYSTEMHAUS MIT SEINER MODULAREN VIELFALT FÜR GENUG FLEXIBILITÄT IM JEWEILIGEN QUARTIERSKONTEXT UND ERMÖGLICHT DAMIT IN ALLEN STADTTEILEN GUTE, BEZAHLBARE WOHNUNGEN.
ARNE DORNQUAST Bezirksamtsleiter Bergedorf
Das SAGA-Systemhaus bietet damit gestalterisch eine hohe Flexibilität. Das System sieht zunächst für jeden Gebäudetyp eine Grundvariante Sockel- und Fassadengestaltung, Fenster und Balkone vor. Die Systematisierung und Wiederholung erfolgt im Inneren der Gebäude und ist im Stadtraum nicht erkennbar. Der modulare Grundriss-Baukasten umfasst sowohl Zweispänner, Dreispänner, Vierspänner und Eckgebäude, die sich flexibel miteinander kombinieren lassen. Damit können sowohl Zeilen als auch geschlossene und geöffnete Blockrandstrukturen gebildet werden. Dabei wird flexibel auf den Wohnungsmix bzw. die Wohnungsgrößen und die möglichst angemessene Ausnutzung der jeweiligen Baufelder geachtet. Die Wohnungen sind um einheitliche, aussteifende Treppenhauskerne orientiert.
Das SAGA-Systemhaus funktioniert nur dann, wenn die erforderliche Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Vorteile ergeben sich durch das Erzielen von Skalen- sowie die Schaffung von Synergieeffekten. Die Ausschreibung großer Lose schafft Anreize für die Bauwirtschaft, den System-Baukasten im Sinne der effizienten Produktion etwa durch die Vorfertigung einzelner Bauteile wie den Treppenhauskernen oder Aufzugsschächten weiter zu optimieren, um so Kostensenkungspotentiale zu heben.
UNSER KONZERN IST MIT SEINEM SYSTEMHAUS BUNDESWEIT VORREITER FÜR DEN DRINGEND BENÖTIGTEN KOSTENEFFIZIENTEN WOHNUNGSNEUBAU IN DEN METROPOLREGIONEN. FÜR UNSER UNTERNEHMEN SIND DIE TYPENGENEHMIGTEN SYSTEMHÄUSER EIN ECHTER MEILENSTEIN, DER DAFÜR SORGT, DASS WIR UNSERE EHRGEIZIGEN NEUBAUZIELE AUCH ZUKÜNFTIG ERREICHEN KÖNNEN – UND DAS SCHNELLER, KOSTENGÜNSTIGER UND EFFIZIENTER.
DR. THOMAS KREBS Vorstandssprecher der SAGA Unternehmensgruppe
Die SAGA Unternehmensgruppe wird das Systemhaus kontinuierlich weiterentwickeln. So werden Ausschreibungsergebnisse und Anregungen der Bauwirtschaft ebenso wie die gewonnenen Erfahrungen aus Architektenentwürfen im Rahmen von Manufakturbauvorhaben und Erfahrungen mit Systembaulösungen aus dem Markt kontinuierlich ausgewertet und umgesetzt. Ziel ist es, Einspareffekte von bis zu 20 Prozent gegenüber dem üblichen Manufakturwohnungsbau zu erreichen.